Day 8: Wir treiben’s auf die Spitze hoch

Heute Morgen ging es nach dem Aufstehen erstmal zum örtlichen Supermarkt: Kleinen Frühstückssnack und Sandwiches für die Mittagspause einkaufen.

Bei Regen und Nebel immer weiter die Küste entlang Richtung Norden. Die Strecke wurde von schottischen Touriminister die „North Coast 500“ getauft, in Anlehnung an die „Route 66“ in Amerika. Ist auch so ähnlich, nur 100x kürzer, weitgehend einspurig, arschkalt und mit Campervans statt Harleys. Aber fast genauso. Anbei als Beweisfoto ein Panorama-Beispiel (Achtung: 10MB) von der Strecke.

Angekommen in John o‘ Groats, dem fast nördlichsten Punkt des britischen Festlands, mussten erstmal die obligatorischen Touristenfotos gemacht werden. Und die Toiletten waren sehr sauber.

Ab geht die Reise wieder Südwärts. Zum zeitigen Abendessen in Wick (lecker Haggis und Chicken Jalfrezi im Pub) angekommen, ging es weiter zur unser B&B Unterkunft in Latheron. Es gab eine warmherzige, wenn auch etwas über unser Erscheinungsbild verwunderte, Begrüßung der Hausherrin. Ausgestattet mit hastig gekühltem Büchsenbier und Knabberzeug wurde der Tag auf dem sehr gepflegten Zimmer — inmitten von Rüschenkissen — beendet. Ob das Zimmer und die Kissen am nächsten Morgen immer noch so toll aussehen, kann an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden.

Day 7: Nothing but blue Skye

Heute war frühes aufstehen angesagt. Unsere Fähre zur Isle of Skye hat pünktlich um 7:40h abgelegt. Nach 40 Minuten ruhiger Fahrt mit wuseligen Chinesen und hupenden Autoalarmanlagen ging es von Bord. Endlich hat es mal nicht permanent geregnet — Der Himmel war zwischenzeitlich sogar mal blau.

Erstes Ziel in den frühen Morgenstunden war
die Distillery Talisker. Pünktlich 9.30h wurden die heiligen Hallen betreten. Da ein altes schottisches Gesetz es erst erlaubt, ab 10h Alkohol zu verkaufen, musste die Zeit überbrückt werden. Eine kleine Verkostung des Haustropfens lies die Zeit wie im Fluge vergehen. Exakt 10h verfiel ein Teammitglied in Kaufrausch.

Weiter zu ersten Tagesaufgabe: Eilean Donan Castle (bekannt aus dem Film Highlander). Alles voll mit Touristen — Foto und schnell weiter.

Die zweite Road Misson führte uns über den Bealach na Bà Pass (Achtung: 20MB Link) bis nach Applecross. Hier auf den grundsätzlich einspurigen Straßen gibt es immer wieder das eine oder andere Erlebnis mit dem Gegenverkehr. Weiter, immer der schönen Küste entlang, bis nach Ullapool. Erstmal lecker essen, bisschen Haggis, Fisch und Burger. Echtes schottisches Bier gab es natürlich auch. (Und irisches. Und englisches. Und holländisches.)

Day 6: Von Daniel Craig zu Sean Connery

Nach zwei Glasgowkaffee ging die Reise in Richtung Highlands, vorbei am Loch Lomond (hier wird der Aldi-Whisky gebrannt 🙂 ) und wunderschöner Landschaft hin zur Road Mission des Tages: Ein schöner einspuriger Track durch ein Tal in toller Highlands-Kulisse. Aufgabe war ein Foto mit Campingflair am Wasser. Was aber wohl nur die wenigsten wussten: Genau auf dieser Straße ist eigentlich nur ein Foto wichtig.

(Der Wert vom Jag ist hierdurch um ein vielfaches gestiegen. Von den Schuhen, die dieses Stück Gras berührt haben, wollen wir gar nicht reden.)

Weiter zum Mittagssnack ins Clachaig Inn. Nebenan sollte eigentlich die Original-Hütte von Hagrid aus den Harry Potter Filmen stehen. Entweder waren wir blind, zu schnell oder das Ding steht nicht mehr. Egal, weiter auf Harry Potters Spuren schnurstracks nach Glenfinnan zum Viadukt. Eingestellt auf ein schnelles Foto der Brücke aus der Filmkulisse wurde dann doch plötzlich ein kleines Filmchen draus 🙂

Letzte Tagesetappe war die 2. Party mit allen Teams. Vorbelastet von der ersten Feier, wurden diesmal Hotelzimmer gebucht. Beim Grillen und Bier wurde sich auf die Highland Games eingestimmt. Hier könnten wir leider nur die erste Runde überstehen. Beim Tauziehen haben wir kräftig Sand gefressen. Lustig war es trotzdem. 😀

Day 5: 11 Stunden auf’m Bock

Heute war Kilometer schrubben angesagt. Aus Liverpool ging es direkt in Richtung Norden. Den ziemlich wahnsinnigen 4-Stunden-Abstecher nach York haben wir dabei mal gepflegt ausgelassen. Durch den Forest of Bowland, der lustigerweise so gut wie keine Bäume hatte, ging es zum Lake District. Hier haben viele gut betuchte Engländer ein Summer Cottage oder zwei 🙂

Am Coniston Water entlang gefahren überkam uns plötzlich die Lust auf Fischen… Wir bastelten uns eine spontane Angelrute (hand crafted, ab übernächster Woche für nur €179 bei Manufactum zu erwerben) und legten los. Dass wir nichts gefangen haben, lag vielleicht auch daran, dass wir eine Wäscheleine als Angelschnur verwendet haben. Na ja, nächstes Mal besser. (Aber Rute trotzdem bei Manufactum kaufen — ist geil.)

Um dem Jag auch ein wenig Spaß zu schenken, sind wir über zwei Passstraßen weitergefahren: dem Wrynose Pass und dem Hardknott Pass. Letzterer gilt als „England’s steepest road“ (mit bis zu 30% Steigung) und wird auf der Website www.dangerousroads.org hoch gefeiert. Der Jag hat sich an einigen Stellen schon arg gequält, aber insgesamt fand er es ganz lustig (Achtung: 50MB Link) und möchte es gerne wieder machen.

Auf den Pässen sind uns ca. 100 Holländer entgegengefahren. Irgendeine Tulpenrallye mit modernen Autos (quietschorange M3s mit überdimensionierten Heckflügeln und schäbiger Technomucke zur Beschallung der verwunderten Schafe). Die Kolonne nahm kein Ende — jedem Klompenträger musste man Platz machen auf einer Straße, auf der zwei Autos nebeneinander eigentlich kein Platz haben. Hier muss irgendwo ein Nest sein.

Beim Jag sind so langsam die Stoßdämpfer durch. Das Schiff liegt bei jeder Bodenwelle mit dem Kiel auf Grund. Aber scheiss egal, weiterfahren.

Eifrig versuchten wir, noch bis 19h die Küstenstadt Ardrossan zu erreichen, um mit der Fähre auf die Isle of Arran zu fahren. (Übernachtung auf Inseln gibt Extrapunkte 🙂 Und eine Distillerie hat die Insel auch.) Aber die Zeit lief uns nach so viel Fahrerei weg, und wir beschlossen, den Tag in Glasgow zu beenden. Austern, Steak und ein Pint — Das perfekte Mahl für den Fernfahrer.

Day 4: While my Jaguar gently weeps

Nach einer kurzen, windigen, feuchten Nacht, gebettet auf Schafskacke, ging es wieder Richtung England.

Auf in Richtung Meer, durch verregnete walisische Badeorte entlang kurviger Küstenstraßen, über klapprige Holzbrücken und durch überflutete Straßenabschnitte.

Road Mission für heute war der Snowdon, höchster Berg in Wales. Kurzer Boxenstopp für das obligatorische Foto am Hotel, in dem Tenzing Norgay mal gepennt hat, und dann nichts wie weiter, denn der Nebel war wieder da und der Snowdon eh nicht zu sehen.

Auf nach Liverpool, endlich mal mit Sonnenschein im Rücken. Auf dem Weg ging noch mal kurz die „Check Engine“ Warnlampe an — Fehlercode kurz ausgelesen, der Motor lief wohl zu satt, scheiß egal, Fehler löschen, weiterfahren.

In Liverpool angekommen ging es kurz ins Hotel, um das vollgekackte Zelt im Zimmer aufzubauen und austrocknen zu lassen. Touristisch haben wir alles mitgenommen, was diese ehemalige European City of Superculture zu bieten hat: Foto an den Beatles-Statuen, ein Pint „Fab Four IPA“, und ein Bummel in der Mathew Street, wo die Beatles im Cavern Club ihren Anfang hatten. (Heute ist der neue Cavern Club eine miese Kaschemme mit Reeperbahn-artigem Anmacher vor der Tür. Nichts wie weiter.)

Auf dem Nachhauseweg gab es ein paar Pints in atmosphärischen Pubs… bis die fehlenden Stunden Schlaf uns einholten und wir es bei einer frühen Nacht beließen 🙂