Greta Thunberg, rette den X-90!

Wie viele andere Kreaturen, die etwas merkwürdig aussehen — der Jangtse-Glattschweinswal, das Spitzmaulnashorn — ist der Suzuki X-90 vom Aussterben bedroht. Allein in Deutschland leben von einem ursprünglichen Bestand von ca. 3.000 Exemplaren in 1997 heute nur noch 448 X-90er in freier Wildbahn. In Großbrittanien sind von ursprünglich 1.200 Individuen nur noch 184 übrig (und davon mehr als die Hälfte in der verstümmelten 2WD Ausführung).

Die Entwicklungen sind dramatisch. Wenn sich aktuelle Trends fortsetzen und wir nichts unternehmen, dann wird der X-90 bis 2022 in Deutschland ausgestorben sein.

Die wesentliche Schuld am rasanten Aussterben in Deutschland ist eindeutig zwei Gruppen zuzuordnen: (1) der jungen Generation und (2) Frauen.

Noch vor 12 Jahren (seit da gibt es die Detailstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes) war der X-90 eine Erscheinung, die Frauen begeistern konnte. Das Modell wurde zu 51% von weiblichen Fahrzeughaltern angemeldet (verglichen mit einer allgemeinen Bundesstatistik von 31% weiblichen Kfz-Haltern). Doch während heute sogar 34% aller deutschen Autos von Frauen angemeldet sind, hat sich die Quote beim X-90 auf fast 40% reduziert. Die Frauen bleiben dem X-90 nicht treu. Ähnlich verhält es sich mit der jungen Generation. In 2007 waren ganze 7% der X-90-Halter unter 29 Jahre, heute sind es nur noch knapp 1%.

Nur durch den beherzten Einsatz alter deutscher Männer konnte die Art bislang erhalten bleiben. Vor allem Fahrzeughalter ab 60 sind in die Bresche gesprungen: Hielten sie in 2007 nur 23% der X-90er, so sind es heute über 53%.  Auch bei den „circa 50-jährigen“ gibt es noch große Zuneigung.

Nach Bundesland betrachtet zeigen sich verstörende Entwicklungen. Nicht weiter überraschend ist, dass sich die „feine“ Bevölkerung Deutschlands — die Berliner, die Hamburger, die Bayern, die Schwaben — nie groß für den bodenständigen X-90 begeistern konnte. Alarmierend ist allerdings, dass sich seit 2007 auch die ursprünglichen „Fans“ zunehmend vom X-90 distanzieren: Mecklenburg-Vorpommern, in 2007 noch Hochburg der X-90-Anmeldungen in Deutschland, hat seine Exemplare offenbar systematisch an die Nachbarn in Schleswig-Holstein und Brandenburg weiterverschachert. Quasi „wie heisse Kartoffeln“.

Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und das Saarland, in 2007 noch dem X-90 treu, sind auf einem absteigenden Ast. Nur der sogenannte „X-90-Gürtel“ bestehend aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen bleibt stark. Aber so ist ja schon immer gewesen, und so wird es auch immer sein: Am Ende müssen es halt die Hessen richten.

Greta Thunberg, falls du diesen Blog liest: Wir brauchen dich. Komm doch bitte nach Hessen und stehe uns bei, bevor der X-90 endgültig von den deutschen Straßen verschwindet.

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