Day 5: 11 Stunden auf’m Bock

Heute war Kilometer schrubben angesagt. Aus Liverpool ging es direkt in Richtung Norden. Den ziemlich wahnsinnigen 4-Stunden-Abstecher nach York haben wir dabei mal gepflegt ausgelassen. Durch den Forest of Bowland, der lustigerweise so gut wie keine Bäume hatte, ging es zum Lake District. Hier haben viele gut betuchte Engländer ein Summer Cottage oder zwei 🙂

Am Coniston Water entlang gefahren überkam uns plötzlich die Lust auf Fischen… Wir bastelten uns eine spontane Angelrute (hand crafted, ab übernächster Woche für nur €179 bei Manufactum zu erwerben) und legten los. Dass wir nichts gefangen haben, lag vielleicht auch daran, dass wir eine Wäscheleine als Angelschnur verwendet haben. Na ja, nächstes Mal besser. (Aber Rute trotzdem bei Manufactum kaufen — ist geil.)

Um dem Jag auch ein wenig Spaß zu schenken, sind wir über zwei Passstraßen weitergefahren: dem Wrynose Pass und dem Hardknott Pass. Letzterer gilt als „England’s steepest road“ (mit bis zu 30% Steigung) und wird auf der Website www.dangerousroads.org hoch gefeiert. Der Jag hat sich an einigen Stellen schon arg gequält, aber insgesamt fand er es ganz lustig (Achtung: 50MB Link) und möchte es gerne wieder machen.

Auf den Pässen sind uns ca. 100 Holländer entgegengefahren. Irgendeine Tulpenrallye mit modernen Autos (quietschorange M3s mit überdimensionierten Heckflügeln und schäbiger Technomucke zur Beschallung der verwunderten Schafe). Die Kolonne nahm kein Ende — jedem Klompenträger musste man Platz machen auf einer Straße, auf der zwei Autos nebeneinander eigentlich kein Platz haben. Hier muss irgendwo ein Nest sein.

Beim Jag sind so langsam die Stoßdämpfer durch. Das Schiff liegt bei jeder Bodenwelle mit dem Kiel auf Grund. Aber scheiss egal, weiterfahren.

Eifrig versuchten wir, noch bis 19h die Küstenstadt Ardrossan zu erreichen, um mit der Fähre auf die Isle of Arran zu fahren. (Übernachtung auf Inseln gibt Extrapunkte 🙂 Und eine Distillerie hat die Insel auch.) Aber die Zeit lief uns nach so viel Fahrerei weg, und wir beschlossen, den Tag in Glasgow zu beenden. Austern, Steak und ein Pint — Das perfekte Mahl für den Fernfahrer.